Gastbeitrag: Was ist beim Kauf eines Mountainbike Helms zu beachten?

Wer sicher im Gelände unterwegs sein will, braucht einen passenden MTB-Helm. Hier geht Sicherheit vor Style. Damit Ihr einen passenden Helm für Euch findet, geben wir ein paar Tipps, worauf man beim Kauf achten sollte.

Mountainbiken ist zwar ein Radsport, es besitzt aber mehr Berührungspunkte mit dem Wandern und Bergsteigen als mit dem Radrennsport. Genau wie bei den Sportkletterern besitzen die Strecken der Mountainbiker eine Einteilung in verschiedene Schwierigkeitsgrade von S0, für herkömmliche Wald- und Wiesenwege, bis S5, dem höchsten Schwierigkeitsgrad mit großen Felsblöcken und umgestürzten Bäumen, dessen Bewältigung akrobatisches Können voraussetzt.

Dabei ist man auf teilweise schwieriger Untergrund mit hohen Geschwindigkeiten bei den verschiedenen Abfahrten unterwegs. Grund genug, sich selbst bei der Ausübung des Mountainbikens ausreichend zu schützen, um bei einem Sturz keine größeren Verletzungen zu erleiden. Dazu gehören verschiedene Protektoren gehören wie Knie- und Ellbogenschützer, Handschuhe und natürlich ein sicherer Mountainbike Helm.

Was ist ein Mountainbike-Helm?

Eigentlich ist das Fahrrad von allen Fahrzeugtypen mit Luftreifen das Fortbewegungsmittel, das seit der Zeit seiner Erfindung am längsten auf die Straße fixiert war. Straßenrennen mit entsprechenden Rennrädern gab es bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts, doch das Fahrrad in der unbefestigten Landschaft zu bewegen, war eine Idee, die erst in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts aufkam. Entsprechend wurde lange Zeit für den Kopfschutz des Mountainbikers einfach ein Helm verwendet, wie er bei Straßenrädern seinen Einsatz fand.

Erst mit der weiteren Verbreitung des Mountainbike-Sports wurden die Erfahrungen der Sportler im Design und in der Technik von den Herstellern wahrgenommen und in die Helme integriert. Heute sind Mountainbike Helme oder kurz MTB Helme genau auf den Radsport abseits geteerter Straßen ausgerichtet.

Grundsätzlich lassen sich bei den MTB-Helmen zwei Typen ausmachen. Einmal der Cross-Country- oder Touren-Helm und der All-Mountain- oder Enduro-Helm. Wichtigster Unterschied hierbei ist die vergrößerte Hinterkopfabdeckung beim All-Mountain- bzw. Enduro-Helm. Bei diesem Helm-Typ ist die Helmschale im Nacken um mehrere Zentimeter herabgezogen. Dies bewirkt nicht nur den größeren Schutz bei Stürzen gerade im stark gefährdeten Nackenbereich, sondern gleichermaßen einen besseren Sitz des Helms. Der Nachteil des Helms ist dessen höheres Gewicht, im Durchschnitt etwa 60 bis 70 g mehr.

Dabei müssen jedoch die verschiedenen Einsatzgebiete betrachtet werden. Der Enduro-Helm findet seine Verwendung bei anspruchsvollen Touren in schwierigem Gelände, in dem das Risiko eines Sturzes erheblich ansteigt. Der Touren-Helm ist leichter, bietet aber auch eine etwas geringere Schutzwirkung im Nacken. Bezogen auf den leichteren Schwierigkeitsgrad der gewählten Strecken verringert sich natürlich entsprechend das Risiko eines Sturzes, wobei auch der jeweilige Untergrund eine Rolle spielt. Der Sturz auf einer Geröllhalde an einem steilen Berghang ist sicherlich weitaus gefährlicher als der Sturz auf einem normalen Tourenweg. Dementsprechend ist das höhere Gewicht des Enduro-MTB durchaus gerechtfertigt.

Was ist sonst noch wichtig beim MTB Helm?

Der Helm zum Mountainbiken sollte auf jeden Fall eine gute Belüftung besitzen, denn statt eines Motors kommt bei diesem Sport die eigene Muskelkraft zum Einsatz. Insofern schwitzt man schnell und viel. In der Regel entsprechen MTB Helme, die in Europa angeboten werden, der Norm EN 1078 und bieten dementsprechend gute Eigenschaften bezüglich des Kopfschutzes.

Für den MTB Bereich sind nur Hartschalen-Helme geeignet, die neben der Schaumstoff-Polsterung über eine harte Kunststoff-Hülle verfügen, welche gegen mechanische Einwirkung schützt. Damit kommen MTB Helme in ihrer Zusammensetzung fast an Motorradhelme heran. Werden die Geschwindigkeiten und verschiedenen Untergründe betrachtet, die sich im Gelände ergeben, ist diese hohe Sicherheit durchaus gerechtfertigt. Nicht wenige Experten auf diesem Gebiet fordern diesbezüglich sogar eine Überarbeitung der Norm EN 1078.

Bei der Anprobe eines neuen Mountainbike Helmes ist zudem auf die Passform zu achten. Der Helm sollte gut sitzen, ohne jedoch zu viel Spielraum aufzuweisen oder im Gegenteil am Kopf Druckstellen zu erzeugen. Um dies zu testen, kann der Helm zunächst aufgesetzt werden, ohne den Kinnriemen zu schließen. Mit den Händen wird nun durch Schieben des Helmes geprüft, ob sich Spielräume ergeben. Druckstellen zeigen sich von alleine an.

Wann muss ein Mountainbike Helm ausgetauscht werden?

Genau wie bei einem Motorradhelm besitzt die Hartschale aus Kunststoff beim MTB Helm die wichtige Aufgabe, zu verhindern, dass etwa spitze Steine eindringen können. Dazu bildet die unversehrte Schale eine Einheit, die durch ihre Dicke und Spannung mechanische Einwirkungen mindert oder absorbiert. Darum sollten MTB Helme, die nach einem Sturz Risse oder sehr tiefe Kratzer aufweisen, unbedingt ausgetauscht werden. Doch auch, wenn eventuelle Risse nicht offensichtlich zu erkennen sind, kann die Sicherheit des Helms nach einem Sturz beeinträchtigt sein. Von daher empfiehlt sich nach jedem Sturz ein Austausch des Helms. Die Sicherheit des eigenen Kopfes sollte einem diese Investition wert sein.

 

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