Mü: SKI-Fahren in den Dolomiten, doch wo fange ich da an?

Der Zusammenschluss der Superdolomitiregion umfasst 12 Skigebiete und schmückt sich mit 450 Aufstiegsanlagen und sage und schreibe 1220 Pistenkilometern. Voila, willkommen im Dolomitisuperskiverbund. Bei all dem Angebot stellt sich nun die Frage: „Wohin? Wo am besten übernachten? Welche Touren?“

Von cinque Torri auf dem Weg zum Lagazuoi

Hier komme nun ich ins Spiel. Daniel Müller (24) von Bergsport360, kenne die Gegend ziemlich gut und verrate euch meine Geheimtipps.

Winter, Schnee, Sehnsucht nach den Bergen heißt oftmals ab in die Dolomiten. Kommend von Deutschland, den Niederlanden usw.  geht es meist über den Brenner nach Italien. Nun ist man schon gleich in populären Skigebieten wie dem Eisacktal oder am Kronplatz. Mein Tipp jedoch ist Folgender: „Eine Stunde mehr Fahrt in Kauf zu nehmen und diese um ein Vielfaches an Liftwartezeiten wieder einzusparen“.

Gegen den Strom schwimmen stärkt die Muskulatur (Gero Krieger)

Das gilt natürlich auch beim Skifahren. Ganz klar! Wer weniger an den Liftanlagen warten muss, verbringt mehr Zeit auf der Piste. Das ist mitunter ein Grund, warum ich mein Dolomitenskiabenteuer in Malga Ciapela, am Fuße der Maramolda starte. Das Skigebiet Arabba Maramolada betitelt sich auch als „Herz der Dolomiten“, über das die Königin, die Marmolada wacht. Drei gekoppelte Gondeln legen fast 1.900 Höhenmeter zurück und bringen dich hoch auf den Punta Roca (3265m). Oben angelangt, liefert die Marmolada ein atemberaubendes Panorama über die umliegenden Dolomiten. (Palagruppe Latemar, Rosengarten, Langkofel, Sella …) Den besten Ausblick hat man, wenn man nach der letzten Seilbahn noch die letzten Treppen zur Aussichtsplattform in Kauf nimmt. Danach beginnt jedes Skifahrerherz höher zu schlagen. Ganze 12 Pistenkilometer liefert die Abfahrt Bellunese vom Gipfel bist zur Talstation der Marmolada.

Logischerweise lockt der höchste Berg der Dolomiten zahlreiche Besucher an, welche von der Sellaronda kommend über Arabba zur Marmolada schaukeln. Ich zum Beispiel beginne meinen Skitag am Fuße der Marmolada, so kann ich die Bellunese nahezu alleine genießen. Wenn man nicht allzu umfangreiche Touren geplant hat, kann man die Seilbahn zwei- bis dreimal nehmen und diese geniale Abfahrt genießen. Dann schaukelt man gemütlich über den Padon nach Arabba und winkt den hereinströmenden Besuchermassen freundlich zu. In Arabba angelangt, betritt man nun die Sellaronda und steht vor den nächsten Entscheidungen.

Die Sellaronda gestalten für Panorama- und Skiliebhaber

Die Sellaronda ist neben der Gebirgsjägerrunde die wohl bekannteste Skitour in den Dolomiten. Über vier Täler (Gröden, Arabba, Fassa und Alta Badia) umrundet man dabei den gewaltigen Sellastock. Möglich ist das sowohl mit (orange), als auch gegen (grün) den Uhrzeigersinn.  Je nach Können, dauert die herkömmliche Tour zwischen 3-4 Stunden und ist gut ausgeschildert, da man nur den orangen oder grünen Schildern folgen muss. An einzigartigen Panoramen ist die Sellaronda kaum zu übertreffen. Bei einem perfekten Skitag soll jedoch nicht nur der Landschaftsfanatiker, sondern auch der leidenschaftliche Skifahrer auf seine Kosten kommen. Darum zeige ich im Folgenden, wie man die   Sellaronda mit anliegenden Abfahrten super aufpäppeln kann.

Sellaronda alla Daniel Müller

Da es sich um einen Skirundweg handelt, ist es egal, wo man startet. Ich starte die Sellaronda in Arabba, da ich zuvor die Marmolada nahezu ungestört genossen habe. Nun wähle ich die orange Variante, welche mich den Vesovo (2500 m) hinaufführt. Oben angelangt, hat man einen super Ausblick auf den Nordhang der Marmolada. Auf der Piste nach unten geht’s immer links (den Schildern nach) zum Passo Pordoi. Von dort weiter auf den Berg Belvedere (2377m) hoch. Willkommen in Fassa. Am Berg Belvedere links halten und runter zur Liftanlage „COL DIE ROSSI“. Nun die herrliche schwarze Abfahrt Namens „Diego“ genießen und dann weiter auf der Sellaronda Richtung Gröden nach Pian Frataces. In Gröden eingetreten, erblickt man den bekannten Kletterberg Langkofel. Den nächsten Abstecher liefert die Saslong. Hier erfährt der Skiläufer am eigenen Leibe, welchen Hang sich die Profis jedes Jahr im Alpinen Skiweltcup die Herrenabfahrtsstrecke hinunterstürzen. Weiter in da Sellaronda geht es über das Grödener Joch nach Alta Badia. In Covara angekommen, unbedingt nach der BOE noch den Sessellift auf den Vallon hochfahren und die lange und anspruchsvolle Abfahrt bis hinunter nach Covara genießen. So, nun den Schildchen wieder folgen bis zurück nach Arabba und bei ausreichend Zeit noch die volle Länge der Vescovoabfahrt genießen. Für mich geht es dann retour zur Marmolada und der perfekte Skitag ist vollendet.

Alternativen zur Sellaronda ohne Marmolada

Kaiserwetter! Volle Fahrt voraus, direkt auf den Langkofel zu.

Wo auch immer man die Sellaronda startet, kann man diese in diesem riesen Skinetz zu einer vollendeten Tagestour ausbauen.

Eine Alternative zum Beispiel ist in St. Christina, nach Absolvieren der Saslong, die 1,2 km lange unterirdische Standseilbahn nach St. Ulrich zu nehmen. Dort genießt man dann die berühmten Pisten Nogler-Abfahrt (8,5 km) oder Seceda Talabfahrt (10,5 Km) , um nach etwa zwei Stunden wieder den Rückweg in die Sellaronda anzupeilen.

Als weitere Möglichkeit seinen Sellarondatag zu „pimpen“ empfehle ich in Alta Badia, nach la Villa weiter zu pendeln. Bekannt ist dort Ort für den Riesenslalom und Parallelnachslalomstrecke „Gran Risa“.  Fühlen wie die Profis und diese anspruchsvolle schwarze Piste bewältigen. Sofern es die Zeit zulässt, noch gleich ein zweites Mal. (Jedoch Achtung: Suchtgefahr! )

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