Rennbericht zum Pitz Alpin Galcier Trail: P45-Glacier Compressport-Marathon

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Nun ist es soweit, der Tag X ist da! Es ist Freitag Vormittag , Stefan und ich kontrollieren nochmals kurz unser Equipment, bevor wir ins Auto steigen und in Richtung Pitztal abfahren. Leicht nervös, ob wir alles dabei haben und ob wir gut genug vorbereitet sind, sitzen wir im Auto in Richtung München. Wir machen uns auf zu unserem Saisonhighlight, dem Pitz Alpin Glacier Trail mit 45 km 2800 Höhenmetern im hochalpinen Gelände über einen Teil des Gletschers. Auf der Fahrt beginnt es leider schon zu regnen und in Österreich angekommen, schüttet es wie aus Eimern. Uns geht immer nur ein Gedanke durch den Kopf: Was passiert, wenn es morgen früh noch regnet???!!!

Wir checken im Hotel ein und holen unsere Startnummern ab. Unsere Rucksäcke packen wir jetzt noch schnell, da diese bei der Ausgabe gleich kontrolliert werden. Es geht ziemlich zu und wir warten rund eine Stunde im Nieselregen bis wir unsere Startbeutel in der Hand halten.  Schließlich essen wir noch zu Abend und überprüfen nochmals unsere Rucksäcke, dann gehen wir bald ins Bett. Am nächsten Morgen klingelt unser Wecker früh um 03:30 Uhr, wir essen gleich eine Kleinigkeit und machen uns fertig.  Der erste Blick aus dem Fenster ist für uns eine große Erleichterung! Es ist trocken und regnet nicht mehr! Wir müssen um 4:15 am Start sein, da nochmals kotrolliert wird und  ein gewisser Zeitpuffer vorhanden sein soll. Angekommen im Startbereich, sieht man noch die Läufer der Langstrecken die vor uns gestartet sind, wie sie sich als langes Lichtband den Berg hinauf schlängeln.

05:00 Uhr, Stefan und ich schauen uns noch kurz an und wünschen den anderen Läufern noch viel Erfolg. Startschuss! Schon geht es los, mit rund 200 Läufern starten wir in die Nacht hinein, anfangs laufen wir noch mit Stirnlampen, da es noch finster ist. Es geht rund 2 km leicht bergan dahin und dann sind wir schon im ersten Anstieg zur Mittagskogel Scharte. Wir bewegen uns in einer langen Kolonne von Trailrunnern relativ langsam bergauf. Es ist teilweise steil und technisch, zum Schluss hin wird der Weg sehr steil und wir sind froh um unsere Stöcke. Oben angekommen machen wir kurz halt und werfen unseren Blick gen Tal. 1400 Höhenmeter stehen auf der Uhr. Es ist mittlerweile hell und die Sonne spitzt durch die Wolken. Es geht nun leicht bergab in Richtung Gletscher, dann um zwei, drei Kurven herum sieht man ihn, sehr imposant liegt er in der Ferne und wir laufen schnell in Richtung der Gletscher Zunge. Schnell montieren wir unsere Spikes an den Schuhen, da es nun über blankes Eis geht! Ohne Spikes wäre eine Querung, erstens nicht erlaubt und zweitens, auch viel zu gefährlich gewesen . Wir freuen uns und machen Bilder, ein tolles Erlebnis! Nun geht es runter, denken wir und machen uns auf in Richtung Downhill. Jedoch geht es noch technisch dahin und erst nach einigen Kilometern richtig bergab. Unsere Disziplin, bergab! Hier können wir viele Läufer überholen und machen damit Plätze gut. Wir sind auf dem Weg zurück nach Mandarfen zum Start- Zielbereich, diesen müssen wir durchlaufen und dann geht es nochmals hinauf zum Riffelsee, insgesamt haben wir noch 25 km mit rund 1400 Höhenmetern vor uns. Wir dachten, wir kommen so ca. nach vier Stunden dort an, aber letztendlich haben wir für den ersten Abschnitt rund fünf Stunden benötigt. Ich habe es beim Downhill dann wohl etwas zu schnell angehen lassen und spüre mein Knie, in Mandarfen angekommen, habe ich nach 20 km, also knapp unter der Hälfte, ernsthafte Schmerzen und überlege mir gerade wirklich aufzuhören, aber mir gehen viele Gedanken durch den Kopf: Ein DNF, so schlimm ist es ja nicht, Stefan alleine laufen lassen und und und. Im Zielbereich ist eine Verpflegungsstation, wir essen und trinken erstmals, nehmen nicht mehr benötigte Teile aus dem Rucksack und hinterlegen sie in unseren Wechselbeuteln. Also was solls denke ich mir, es geht nun ja erstmals wieder bergauf und da ist die Belastung für mein Knie nicht so schlimm. Naja, dachte ich zumindest, hinauf zum Riffelsee (800 Höhenmeter) und weiter am See entlang, habe ich deutliche Probleme, aber ich kämpfe mich weiter fort.

Nun geht es die letzten 10 km hinter zum Taschachhaus.  Es hieß im Briefing, dass dies nochmals fordernd wird und man soll sich gut vorher verpflegen, gesagt getan! Wir kämpfen uns am Bergrücken auf einem Trail entlang, es geht immer leicht rauf und runter, wir können viele Passagen laufen und sind flott unterwegs, mein Knie spüre ich zum Glück nur noch leicht. Wir können auf der langen und wirklich anspruchsvollen Querung rund 25 Läufer einholen und freuen uns schon auf die letzte Verpflegungsstation am Taschachhaus. Kurz vor der ersehnten Pause hat es der Trail nochmals in sich, mit teilweise seilversicherten steilen Stücken geht es steil bergauf. Dann sind wir nach einem kurzen Stück bergab an der Hütte und füllen unsere Speicher auf und aktivieren mit Cola die letzten Reserven, ab jetzt ist es nicht mehr weit und es geht nur noch bergab laut Höhenprofil. Nach rund 8km bergab, auf zuerst technischen Passagen und später einem breiten Forstweg sehen wir unser Ziel schon in der Ferne. Wir laufen noch zügig bergab und erreichen, geschafft aber glücklich, nach 10 Stunden und 37 Minuten als 97. und 98.  (von 149 Männern) das Ziel.

Fazit: Landschaftlich wunderschön, technisch sehr fordernd, konditionell wirklich eine Herausforderung, aber in jeglicher Hinsicht eine ganz klare Empfehlung für jeden ambitionierten Trailrunner ein absolutes Muss im Kalender! Wir sind 2020 wieder am Start!

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