Rennbericht GGUT Großglockner Ultratrail 2021

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Rennbericht zum Großglockner Ultratrail 2021:

57km 3500 Höhenmeter bergauf und 4000 Höhenmeter bergab

Hoffen und bangen war die Devise.  Hoffentlich hält das Wetter für den Samstag. Am Freitag hatten Stefan und ich bei der Anfahrt nach Kaprun bereits Hagel und Gewitter.  Die 110 km Runde wurde auf Grund der Wettervorhersage bereits verkürzt und unser Start hat sich auch eine Stunde nach hinten verschoben.  Unsere Strecke wurde wegen dem Wetter auch etwas geändert, um nicht an einer hochalpinen Stellen vorbei zu müssen. Unser Wecker klingelte somit um 3:00 Uhr früh, eine Stunde später als geplant, aber auch nicht schlecht. Wir machten uns lauffertig und dann ging es in Dunkelheit vom Hotel zum Start an der Bergbahn in Kaprun. Dort angekommen sind wir gleich in einen der wartenden Busse eingestiegen und sind dann etwa 75 Minuten nach Kals am Großglockner gefahren. Dort angekommen konnten wir in der Wechselzone der großen Runde warten bis es endlich losging.  Zum Glück war der Wettergott auf unser Seite und es war trocken.

Pünktlich um 7:00 ging es dann los in Kals über 57 km zurück nach Kaprun. Erstmals ging es rund 1300 Höhenmeter bergauf zur Glorer Hütte auf 2642m. Dort war die erste Verpflegungsstation, die sehr gut bestückt war und auch nicht zu spät für uns kam. Wir sind mal wieder zu schnell los und haben uns von der Masse mitreißen lassen. Wieder einigermaßen fit ging es über schöne Trails durch dichten Nebel in den ersten Downhill. Dieser war auch schnell vorbei und es ging steil bergauf in Richtung Glocknerhaus zur nächsten Verpflegung. Es ging entlang am Stausee Margaritz, direkt über die Staumauer in toller Kulisse.

Nach einer weiteren sehr guten Verpflegung mit einem kleinen Schluck Bier ging es dann weitere anstrengende Höhenmeter in Richtung Pfandelscharte (2663m). Erst über steile Trails bergauf dann über ein kurzes Schneefeld bis zur Scharte. Der Anstieg ist wirklich fordernd und man sollte sich seine Kräfte einteilen. Oben angekommen hat mir Stefan verraten, dass er eigentlich am Glocknerhaus aussteigen wollte. Das hätte ich allerdings nicht akzeptiert!! Nach kurzer Verschnaufpause ging es dann das über 400 Meter lange und teils sehr steile Schneefeld auf der anderen Bergseiten hinab. Eine wirklich sehr rutschig und matschige Angelegenheit. Teilweise war der Abstieg mit Seilen gesichert. Grödel waren allerdings nicht nötig, es ging schon gut, wenn man aufpasste.

Dann folgte ein weiterer Downhill in Richtung Trauneralm. Etwas 1000 Höhenmeter auf feinsten Trail steil bergab. Im Tal angekommen läuft man auf einem sehr langen Schotterweg in Richtung Fernleiten. Es war wirklich sehr warm und uns gingen leider die Getränke aus. Zum Glück gab es am Wegrand eine Quelle und wir konnten Wasser nachfüllen. In Fernleiten angekommen haben wir kurz unsere Getränkereserven aufgefüllt und es ging weiter talabwärts in Richtung Fusch. Vom Talschluss an der Trauneralm bis Fusch geht es ca. 20km immer leicht bergab auf Schotterwegen und Wiesenwegen. Dieser Streckenabschnitt ist technisch sehr leicht zu laufen, aber auch anstrengend, da großen Teile der Strecke in der prallen Sonne verlaufen. Hier hätten wir uns einen Trail entlang am Berg gewünscht.

 

Von der letzten Verpflegungsstelle in Fusch ging es richtig steil bergauf in Richtung Zell am See. Mit zwei weiteren Gels waren wir gut gerüstet. Im Anstieg kamen wir mit anderen Läufern ins Gespräch. Einer aus Berlin, der keine Berge vor Ort zum Trainieren hat, oder ein Mitstreiter vom letzten Traillauf im Pitztal. Der Anstieg geht wieder teils in der prallen Sonne steil bergauf. Ein Läufer muss sich kurz vor uns übergeben. Etwa im letzten Drittel kam eine Quelle, dort kühlten wir uns nochmals ab und weiter ging es in Richtung Ziel. Noch ca. 5km bis zum Ziel, nun fing es an zu regnen. Oben angekommen ging es noch über einige kleine An- und Abstiege zurück nach Kaprun. Der letzte Downhill führt entlang eines kleinen Baches auf einem anspruchsvollen, durch den Regen, rutschig und matschig gewordenen Trail nach Kaprun.  Kurz vor Kaprun erwischte es uns doch noch, ein Gewitter entlud sich direkt über uns und es schüttete wie aus Eimern. Wir waren pitschnass als wir über die Ziellinie liefen.

Am Ende standen 57km, 3300 Höhenmeter bergauf und über 9:24 reine Laufzeit auf der Uhr. In der Gesamtzeit von 11:06:02 Stunden belegen Stefan und ich den Rang 77 in der Altersklasse und 141 overall.

Fazit: Toller absolut empfehlenswerter Traillauf in toller Bergkulisse und bestem Panorama. Sehr gut und professionell organisiert. Technisch gut machbar, nur das Schneefeld ist etwas rutschig. Der letzte Anstieg am Schluss von Fusch aus sollte nicht unterschätzt werden!

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