Projekt Schnapszahl – Virtuelles Lese-Festival

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Corona soll nicht das beherrschende Thema in einem Sportblog sein, aber zwei positive Aktionen möchte ich doch erwähnen:
Durch die Hamsterkäufe kam die Regensburger Tafel in eine Notlage. MEINE BANK VR NB/OPF und das Armin Wolf Laufteam haben für insgesamt 2000 Euro Lebensmittel gespendet. Für die kommende Woche wird eine weitere Lieferung organisiert, die in selber Höhe ausfallen wird. Des Weiteren bot Thomas für die Krisenhelfer in seinem Salon Senseason Haarschnitte gratis an. Er möchte damit den sehr beanspruchten Pflegekräften und Krankenschwestern Zeit zum Entspannen geben.

Mit einer Altstadtrunde begann am Dienstag meine Trainingswoche. Vor Arbeitsbeginn lief ich auf dem grünen Alleengürtel um die Altstadt und baute zusätzliche Schleifen ein, damit ich auf eine Stunde kam. Dabei kam ich auch an der Walhallabahn vorbei, die im Volksmund liebevoll Walhalla-Bockerl genannt wird. Diese meterspurige Schmalspurbahn verkehrte von 1889 bis 1968 die 24 Kilometer zwischen Stadtamhof und Wörth an der Donau.

Walhalla Bockerl
Goldener Waller
Schwammerl

Die letzte Stunde Sonnenschein nutzte ich am Mittwoch für eine Radausfahrt. Dabei fuhr ich auf dem Donauradweg zum Oberndorfer Steinbruch und zurück. Dieser lieferte 2000 Jahre lang das Material für den Wasser- und Tiefbau. Seit rund 50 Jahren holt sich die Natur das Gelände zurück.

Steinbruch bei Oberndorf
Free Wheels

Mit einem Nüchternlauf in der Früh absolvierte ich am Donnerstag mein Lauftraining. Vom Stadtpark wollte ich eigentlich durch den Herzogspark laufen. Dieser ist aber momentan gesperrt. So lief ich weiter zum Paffensteiner Wehr und über das Naturjuwel Pappelallee beim RT Bad zur Altstadt. Nach einer Schleife über den Grieser Spitz lief ich am Ostentor und dem Schloss Turn und Taxis zurück zum Stadtpark.

Steinerne Brücke – Ein Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst
Lieblings-Allee

Da man momentan bzgl. dem Coronavirus sein Immunsystem nicht schwächen soll, suche ich mir aktuell nur einfache Strecken aus. So auch am Freitag mit dem MTB. Flacher als von Regensburg nach Bad Abbach und auf der anderen Donauseite wieder zurück geht es kaum. Zudem ist die Strecke wunderschön. Vorbei am Golfplatz Minoritenhof, weiter entlang der Mattinger Hänge und bei Poikam über die Brücke. Dann auf dem Damm bei Oberndorf, durch Matting und an der Walba vorbei und unterhalb vom Max Schulze Steig nach Hause. Einfach nur traumhaft!

Matting
Oberndorf -Kirchturm Mariä Himmelfahrt

Auch am Freitag nutzte ich das Wetter zum Radeln. Allerdings fuhr ich entgegen zum Vortag 3 Stunden die andere Donaurichtung nach Wörth und im Gäuboden, u.a. an der Walhalla vorbei. Auch diese Tour absolvierte ich alleine, damit die Corona Verbreitung möglichst eingedämmt wird, Stichwort „Social Distancing“. Mit 17 °C war dies auch der letzte schöne Tag vorerst, da es am Wochenende zwischen 3 und 5 Grad C wurden und ein kalter Wind wehte.

Walhalla
Landliebe

Am Samstag lief ich bei Nieselregen entspannt 1:25 Stunden halbwegs windgeschützt durch die Stadt. Vom Regensburger Stadtpark zuerst ans Westende, bevor ich umdrehte und ich mich zum Hafen im Osten aufmachte. Ab der Eisenbahnbrücke hörte es auf zu nieseln und so lief ich zusätzlich noch durch die Altstadt bevor ich zuhause ankam.

Stadtpark
Eisenbahnbrücke im Osten

Der Sonnenschein am Sonntag trog, es hatte bloß um die 3°C und erneut blies ein starker Wind. Also suchte ich mir eine Laufstrecke aus, die viel Wald beinhaltete. Vom Dechbettener Weinberg gelangte ich über die Fürst Albert Allee in den Max Schultze Steig. Auf der Donautalstraße erreichte ich Pentling. Über die Friedhofsstraße kam ich wieder zum Max Schultze Steig und auf der Prüfeninger Schloßstraße nach rund 15 km wieder zurück. In windgeschützten Ecken baute ich zusätzlich Kräftigungsübungen ein, bei denen ich hauptsächlich Knieausfallschritte machte.

Max Schulze Steig
Trail bei Pentling

Ebenfalls am Sonntag gab es eine Instalesung. Was darf man sich dabei vorstellen? Den Anfang der Autorenlesung machte nick.martin_travel.echo, der live aus seinem Auto in Australien aus seinem Buch „Die geilste Lücke im Lebenslauf“ las. Eigentlich wollte der gebürtige Würzburger bloß 1 Jahr reisen, nun ist er bereits seit 2010 dabei, Abenteuer zu erleben und Kulturen kennenzulernen. Auch wenn es nicht immer ungefährlich zugegangen ist…
Nick, wie auch alle folgenden Autoren beantworteten während der Lesung zusätzlich noch die Fragen aus dem Chat in Echtzeit. Das förderte das Fernweh in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen zusätzlich.
Anne und Clemens von travellersarchive folgten mit ihrem Buch „Backpacking in Pakistan“, welches erst wenige Tage zuvor erschienen ist. Sie erzählten von ihren Eindrücken, die sie als Flachland-Berliner in den Bergen im Norden von Pakistan bei einer endlosen Busfahrt, einer Passkontrolle, einem Marktbesuch mit Begleitschutz und dem Austausch von Bartpflegetipps gewonnen haben.
Andi von boarderlines__ folgte mit seiner Lesung über sein Motto Leben statt Vernunft. Dabei kam es bei seinem Trips um die Welt zu den besten Surfplätzen auch zu gefährlichen Erlebnissen. Wie z.B. in Südafrika beim Kauf von leichten Drogen oder seiner Begegnung mit einem Hai in Indonesien. Aber eigentlich hat er sonst in 15 Jahren auf Achse nur gute und liebevolle Menschen getroffen.
Meine Freunde Franziska und Felix machten mit „Ins nirgendwo, bitte!“ den Abschluss der insgesamt vierstündigen Lesung. Auch wenn ich diese Geschichte dazu schon kannte, so wurde mir doch in keiner Sekunde langweilig. Als die beiden sich kennenlernen, teilen sie einen Traum: Sie wollen bis an die entferntesten Orte der Welt reisen. Sie wollen das entdecken, wovon es noch keine Geschichten gibt. Und so entwickeln sie gemeinsam den Plan, durch das am dünnsten besiedelte Land der Erde zu wandern – die Mongolei. Schon die Vorbereitung stellt die beiden vor eine Herausforderung: Sie müssen so wenig Gepäck wie möglich mitnehmen, doch in der Mongolei lassen sich nicht einfach so an jeder Straßenkreuzung die Vorräte auffüllen. Es mangelt dort nicht nur an Straßen – sondern erst recht an Menschen. Wer lebt dort schon, außer ein paar Nomaden, die Fremde nicht gewöhnt sind und deren Sprache Felix und Franziska nicht verstehen? Die beiden lassen sich mitten im Nirgendwo aussetzen und ziehen los, ausgerüstet mit einem Zelt, mit Astronautennahrung und ein paar uralten russischen Militärlandkarten. Ihr Ziel: ein entlegener Bergsee. Sie kämpfen sich durch reißende Gletscherflüsse und quälen sich mit unverhofftem Gepäck einen Berg hinauf. Mal werden sie von unbekannten Männern in ihrem Zelt überrascht, dann laufen sie tagelang keiner Menschenseele über den Weg. Aber auch in der Einsamkeit kommt es zu magischen Begegnungen – nicht zuletzt zwischen Franziska und Felix.

 

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