Projekt Schnapszahl – Regenerationswoche

Nach dem 106 km Ultralauf mit Tom am Samstag vor einer Woche stand in den letzten Tagen die Erholung im Vordergrund. Dabei galt es, Mikroverletzungen auszukurieren und das geschwächte Immunsystem wieder fit zu bekommen.
Auffällig war, dass die Fragen zu dem Extremlauf sich nicht darauf bezogen, wie man das durchhält oder wie man auf die Idee kommt. Hauptsächlich ging es darum, wie bescheuert es ist, über 100 km mit der Lederhose zu laufen und ob ich davon Schürfwunden bekommen habe. Bernd dagegen hat mich gefragt, ob jemand zuvor schon mal so weit in so einer bayerischen Hose gelaufen ist. Bis Marathon gibt es sicherlich einige Läufer, die diese Idee schon umgesetzt haben, über 100 km sind mir nicht bekannt.
Gefreut haben mich in der vergangenen Woche die Online Stadtführungen vom Veranstalter Stadtmaus. So gab es z.B. eine Instagram Liveschaltung ins 17te Jahrhundert zu Sir George Etherege. Dieser war Gesandter aus London und er berichtete von der Pest in seiner Heimatstadt. Dabei ergaben sich parallelen zur heutigen Covid-19 Pandemie. Er berichtete vom Lock down, Mundschutz und von Hamsterkäufen. Systemrelevante Geschäfte blieben geöffnet, die restlichen Läden schloss man. Zusätzlich gab es eine Flucht von der Stadt auf das Land. Die verschiedensten Maßnahmen blieben ziemlich erfolglos. Erst als London im Jahre 1666 brannte, war die Pest besiegt. Grund war, dass es nach dem Feuer in der Stadt keine Flöhe und Ratten mehr gab, die Überträger waren.
In einer anderen Liveschaltung berichtete Irene von der Stadtmaus vorm Alten Rathaus in Regensburg. Hier sind die Stadtmaße angebracht:
– Stadtfuß (entspricht der heutigen Schuhgröße 46)
– Stadtöln (oberpfälzisch für Elle)
– Stadtklaffer
An diesen regional unterschiedlichen Maßeinheiten richtete man sich im Mittelalter.
Außerdem wurden die beiden Figuren Schutz (Verteidigung) und Trutz (Angriff) über dem Rathausportal vorgestellt. Diese dienten der Abschreckung und signalisierten, dass sich Regensburg nicht unterkriegen lässt.
Weitere interessante Einblicke gab und gibt es fast täglich vom Museum der Bayerischen Geschichte mit wechselnden Schwerpunkten. Dabei wird in der Regel chronologisch vorgegangen. Allerdings gab es z.B. auch eine Liveschaltung ins Vilstal, in der es um Natur und Tiere (u.a. Biber) ging.

Schutz (Verteidigung) und Trutz (Angriff) beim Alten Rathaus

Am Dienstag startete ich wieder mit dem Training. Dabei fuhr ich mit dem Rad von Regensburg über Mariaort, Etterzhauen, Pielenhofen und zurück in die Heimat im Grundlagenbereich. Gefreut hat mich dabei die Begegnung mit Gaby, die auf ihrem Triathlonrad für eine lange Ausfahrt unterwegs war. Während der Belastung achtete ich bewusst auf die Körpersignale. Dabei hat sich bestätigt, dass ich bzgl. dem Herz-Kreislaufsystem den Ultralauf sehr gut weggesteckt habe.

Im Windschatten von Gaby

Ob es muskulär auch wieder mit dem Laufen klappt, habe ich am Donnerstag getestet. Dabei lief ich im Schutzgebiet Weintinger Hölzl. Hierzu zählen auch der Aubach, der Islinger Mühlbach und das Quellgebiet Graben in der Au. In diesem Biotopverbund findet man in und an den Gewässer-Begleithölzern, naturnahen Laubwaldbeständen und Gewässerläufen zahlreiche Vögeln, Heuschrecken, Libellen, Biber, Fledermäuse, Teichmolche und Pflanzenarten wie Seidelblast, Immenblatt und Einbeere. Dieses Schutzgebiet hat die Zielsetzung, dass der einzige naturnahe Bach-Auenwald in Regensburg mit seinem Lebensraum für Pflanzen und Tieren erhalten bleibt. Außerdem soll es als Erholungsraum für die Stadtbevölkerung dienen. Positiv bei dem Lauf waren die Natureindrücke, negativ mein Zustand der Laufmuskulatur. Hier dauert die Regeneration noch an.

Naturparadies
Natur pur
Weintinger Hölzl
Gespenstisch

Deswegen habe ich mir bis Samstag Zeit gelassen. Da nahm ich mir dann den Donaupanoramaweg vor. Beim Oberndorfer Steinbruch stieg ich ein und lief ganz gemütlich bis zur Walba nach Unterirading und kam nach knapp 2 Stunden wieder zurück zum Start. Teile von der Strecke bin ich früher mit dem SC Matting zu meiner Fußball-Zeit gelaufen.

Donau Steilkante
Donaupanoramaweg
Gemütlicher Longrun

Am Sonntag in der Früh um 7:00 Uhr traf ich mich mit Thomas zu einen Early Bird Run. Dabei liefen wir u.a. auf den MTB Trails, was uns enorm Spaß machte. Muskulär ging es eine Woche nach dem 106 km Ultra wieder bergauf, trotzdem lasse ich es die nächsten 1-2 Wochen etwas ruhiger angehen. Noch dazu, weil ich zusätzlich im Mai bereits den Ultra Trail Lamer Winkel mit Katrin absolviert hatte, der zwar nur 56 km, aber dafür 2600 Höhenmeter hatte. Nach dem Morgenlauf machte ich noch in Ramspau Bilder von befreundeten Athletinnen und Athleten.

Runningwolf Thomas
Wasserratte Tom
Syncronschwimmen
Iron(wo)man
Fokussierter Flo
Durchblick
Flying Flo
Christiane hat Spaß an der Qual
Scheibe verpflichtet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.