Projekt Schnapszahl – Marathon, 3/4M, 1/2M oder 1/4M? Wieso ODER?

Keine Schonung gab es für mich in der Trainingswoche vor dem Regensburg Marathon.
So stand zum Beispiel am Dienstag ein Schwellenlauf über 35 Minuten in einer 4:10 Min/km Pace an. Am Mittwoch absolvierte ich einen Grundlagen-Trailrun, bei dem ich 90 Minuten auf dem Donaupanoramaweg entlanglief.

Schwellenlauf am Max Schultze Steig vorbei
Max Schultze Steig
Fürst Albert Allee
Ruine beim Kloster Prüfening

Da sich meine Beine seit dem Schwellenlauf „zerstört“ anfühlten, ersetzte ich am Donnerstag (Feiertag) eine Laufeinheit durch eine 70 km Radausfahrt. Danach fühlte es sich besser an, so dass ich dann abends nach einem Lauftechniktraining noch 16 Hügelsprints (VO2max Training) im Königswiesen Park nachlegte. Leider waren danach meine Beine endgültig verhärtet.

Hügelsprints am Tag vorm Ultramarathon

Den Freitag hatte ich mir frei genommen, da ab 10 Uhr Filmaufnahmen für den Regionalsender TVA anstanden. Hierbei durfte der Marathon Besenläufer Tom seine Idee vorstellen, wie er zu den 4 Medaillen am Folgetag kommt und ich erzählte, wie ich mit ins Boot kam. Dabei simulierten wir den Start von den geplanten 110 km Lauf zu zweit. Der Bericht begann dann mit dem (Halb-) Marathon Startschuss mit Tausenden Leuten aus dem Archiv. Später sah man uns beide bei der Startschuss Generalprobe für den „virtuellen Marathon“. Was für ein Kontrast!
Nach dem Videodreh nötigte ich Andi, meine Beine auf Vordermann zu bringen. Mit Flossing, Mikrostrom und einer Hypervolt Vibrationsmassagepistole nahm er mir einen großen Teil der Verspannungen. Diese waren hauptsächlich in den Unterschenkeln, speziell im Schollenmuskel. Durch den 56 km Traillauf mit 2600 Höhenmetern im Bayerwald vor 2 Wochen und die Hügelsprints habe ich der unteren Extremitäten keinen Gefallen getan. Für die Wunderheilung revanchiere ich mich bald bei ihm mit einem Biergartenbesuch. Klassische Win-win Situation.

Wadenretter Andi

Ich kann den Satz „die Krise als Chance sehen“ nicht mehr hören, wenn man es nur als Floskel benutzt und nichts unternimmt. Bei mir ist es seit 10 Jahren so, dass ich i.d.R. nur einen Ultra pro Jahr laufe. Weil sonst die unzähligen kürzeren Lauf- und Triathlonwettkämpfe zu kurz kommen, die ich gerne absolvieren möchte. Heuer sind aufgrund Covid-19 bis Ende August keine, deshalb nutze ich die Gelegenheit, meine Träume zu erfüllen. Neben den Ultra Trail Lamer Winkel mit Kartin hatte ich nun die Möglichkeit, mit meinem Ultrafreund der ersten Stunde, dem „Besenrocker“ Tom, gemeinsam über 100 km zu laufen. Gegen 17 Uhr machte ich am Freitag noch ein 20 Minuten Nickerchen und stand dann mit Tom um Mitternacht an der Startlinie.

106 km in der Lederhose

Norbert von der LG Telis ließ es sich nicht nehmen, die Moderation dieses Events zu übernehmen und die ca. 20 Zuschauer zu unterhalten. Mit Lothar, Martin und Claudia zeigte uns der LLC Vorstand seine Wertschätzung durch die Anfeuerung  gleich zu Beginn des Rennens.

Minoritenweg
Goldener Waller

Aufgrund der Nahrungsaufnahme, etc. legte Tom die Strecke identisch zur Marathonhistorie fest, die vom Westbad ganz in den Osten zu den beiden großen Möbelhäusern führt und bei der man nach einem Halbmarathon wieder beim Start ist. Dies liefen wir 4x und die Viertelmarathonstrecke bis zum Ostentor 2x. Auf den ersten beiden Runden begleitete uns Jo, der ebenfalls ein Ultra-Landkreisläufer ist und heuer bereits seinen 3ten Marathon finishte. Weitere Läuferinnen (z.B. die Heidi) und Läufer begleiteten uns stückweise. Während unser Begleitradfahrer Klaus seinen ¼ Marathon lief, übernahm Siggi das Rad.

Begleitradler Klaus

Auch Stefan von Bergsport360 begleitete uns teilweise mit seinem Zweirad und stellte Videos und Bilder für das Armin Wolf Laufteam ins Internet, da für diese Aktion Spendengelder für Heime in Regensburg zur Verfügung gestellt werden. Dabei erlebten wir die Weltkulturerbestadt sowohl in der finsteren Nacht, in der blauen Stunde vor Sonnenaufgang und beim Erwachen. Neben viel Zuspruch und guten Taten (von Eva gab es frische Brezen) durften wir uns auch Sprüche anhören. Z.B. wurde Tom gefragt ob er der Boandlkramer (Totengräber) ist. Grund dürfte sein Besen gewesen sein, den er die komplette Strecke mitführte.

Nie ohne Besen

Gegen gelegentliche Tiefs ist man nicht gefeilt, auch beim 14ten Ultralauf nicht. Dagegen half der Zuspruch der (zufälligen) Zuschauer und die Aufmunterungen über die sozialen Netzwerke. So bekam ich u.a. von der Familie Koder eine liebe und aufmunternde Anfeuerung per Sprachnachricht, die mich beflügelte. Gegen Mittag warteten Läuferinnen und Läufer in Tracht auf uns, um uns die geplanten letzten 4,2 km zu begleiten und um Werbefotos für den Trachtenlauf im nächsten Jahr zu machen. Leider regnete es bereits beim ¼ Marathon in Strömen, sodass wir uns entschlossen, diesen 1/10 Marathon am Folgetag in der Früh nachzuholen.Mit dem absolvieren der 4 Strecken (Marathon, ¾ Marathon, ½ Marathon und ¼ Marathon) hatten wir alle Medaillen sicher, die es regulär gibt.

Zielsprung a la Holly und Matthias
Der Schlafmangel ist mir ins Gesicht geschrieben.

Neben der fabelhaften Moderation im Ziel durch Norbert haben sich Cornelia und Siggi vom Blumen Pavillon eine Flower-Zeremonie für uns einfallen lassen. Mit im Bunde war Klaus, der auch die 100 km absolviert hatte. Den ¾ Marathon und den ¼ Marathon laufend, den Rest mit dem Versorgungsrad der Brauerei Bischofshof. Für Tom und mich gab es zusätzlich je ein XXL Brezenherz von der Martina. Dies tröstete über die schmerzhaften Scheuerstellen hinweg, die mir die Lederhose auf den 106 km bereitet hat.

Flower Zeremonie dank Blumen Pavillon
Naschwerk von der Martina

Richtig spaßig war dann der Trachtenlauf bei bestem Wetter am Sonntag. Auf der Originalstrecke trafen wir auf weitere Sportler, die sich die begehrten Medaillen holen wollen. Der „virtuelle Marathon“ macht es möglich, bei dem jeder für sich läuft (ohne Massenstart). Anschließend holten wir eine kleine Feier nach, die beim Zieleinlauf am Vortag buchstäblich ins Wasser fiel.

Am Westbadweiher
Wer Sportschuhe zur Tracht trägt hat die Kontrolle über sein Leben verloren
Alle waren gut drauf
Besenläuferin Heidi und Sohn Michael
Bei uns fliegen die Hüte

Vielen Dank an alle die beim Ultralauf und/oder Trachtenlauf mit dabei waren. Vor allem auch an Ralf von tRi.P.coaching, der die Trainingspläne an meine kurzfristigen Aktionen anpassen darf und mich Grenzen verschieben lässt!

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