Projekt Schnapszahl – Ein besonderer Ultralauf

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Die Woche vor dem Saisonhighlight mache ich bzgl. dem Training immer ruhiger, damit ich frisch und mit vollen Kohlenhydratspeichern an den Start gehe. Da ich über Freitag und Samstag länger berichte, fasse ich mich bei den Tagen zuvor kurz.
Am Montag nahm ich wie gewohnt am Lederhosentraining teil. Mit den fiesen Functional-Fitness Übungen von Ines und Nathalie habe ich die letzten Monate meine Rumpfmuskulatur und die Beinkraft für den Landkreislauf gestärkt. Am vergangenen Montag lag der Schwerpunkt auf einer Kombination zwischen Kniebeugen und Liegestützvarianten. Dafür vielen lieben Dank an die beiden Übungsleiterinnen, die trotz dem anstrengenden Training immer auch für Spaß sorgten.

Lederhosentraining
Lederhosentraining
Lederhosentraining

In der Taperingwoche habe ich mir am Dienstag ausnahmsweise einen Tag ohne Sport verordnet. Am Mittwoch waren dann 1,5 Stunden Laufen angesagt. Da ich zufällig auf Thorsten traf, der sich mit dem Rad auf dem Heimweg machte, waren wir ein paar Kilometer mit 4 Min/km und schneller unterwegs. Anschließend nutzten Stefan und ich die ruhige Woche für einen Besuch in Hahns Sommergarten.

Feierabendlauf
Sommergarten im Stadtpark Regensburg

Obligatorisch nahm ich am Donnerstag am Coffee2Run teil. Allerding lies ich die Intervalle aus, damit ich mich für Samstag schonte.

Coffee2Run
Coffee2Run
Coffee2Run
Coffee2Run
Coffee2Run
Coffee2Run
Coffee2Run
Coffee2Run
Coffee2Run
Coffee2Run

Normalerweise absolviere ich am Tag vorm Hauptwettkampf ein letztes Training mit ein paar Kilometern im Wettkampftempo. Dies dient mir zum Aufbau der Körperspannung. Wenn ich das auslasse, dann fühle ich mich i.d.R. nicht bereit für das Rennen. Aber da am Freitag im Regensburger Globetrotter ein spannender Vortrag war, machte ich eine Ausnahme.
Von Kajak-Sport verstehe ich nur wenig, da ich bloß 1x im Jahr mit Sigrid im Regental paddle. Das Gegenteil davon ist Olaf Obsommer. Beim „Abenteuer Kajak“ Vortrag zeigte er mit grandiosen Aufnahmen die Faszination und die Extreme des Kanusports auf. Dabei stehen die Menschen und Kulturen der bereisten Länder ebenso im Mittelpunkt seiner Berichte. In dem Fall waren sie in Tibet, wo sie die Wildflüsse auf dem Dach der Welt zur Monsunzeit erkundeten. Mit an Bord waren 9 der besten Wildwasser-Paddler der Welt. Im touristisch kaum erschlossen Osten Tibets wurde die Gruppe immer wieder ausgebremst. Sei es durch schlechte Straßenzustände, Muren und Erdrutsche oder durch die Willkür der chinesischen Polizei. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz gelang es den Extremsportlern immer wieder, mächtige und spektakuläre Stromschnellen mit ihren Kajaks zu bezwingen. Der Vortrag versetzte mich in Reiselust und gab mir einen Einblick in einen faszinierenden Sport.
Der Referent Olaf Obsommer erlebte seine erste Paddeltour 1970 auf dem Rhein – im Bauch seiner Mutter. Inzwischen blickt er auf mehr als 30 Jahre Wildwasser-Erfahrung zurück, gesammelt auf den schwierigsten Flüssen der Erde. Heute gilt Olaf als einer der erfahrensten Expeditionsleiter. Ihm und seinen Teams gelangen spektakuläre Erstbefahrungen in Indonesien, Norwegen, Türkei, Malawi, Mexiko und Island. Seine Werke wurden mehrfach auf diversen Filmfestivals ausgezeichnet.

Abenteuer Kajak in Tibet. Foto: Olaf Obsommer

 

Abenteuer Kajak in Tibet. Foto: Olaf Obsommer
Abenteuer Kajak in Tibet. Foto: Olaf Obsommer
Abenteuer Kajak in Tibet. Foto: Olaf Obsommer
Abenteuer Kajak in Tibet. Foto: Olaf Obsommer

Endlich! Endlich war es am Samstag soweit! Endlich stand ich wieder an der Startlinie beim Mittelbayerische Landkreislauf. Die fleißigen Leser wissen es: Der Titel „Projekt Schnapszahl“ bezieht sich auf meine 11te Teilnahme beim 11ten Event der regionalen Tageszeitung. Trotz Corona setzten Alexandra und Sandra ein Zeichen, dass ihr Event Bestand hat. Allerdings mit einem eingeschränkten Starterfeld. 3 Teams mit Erwachsenen, ein Kinderteam und 3 Ultraläufer durften sich am Samstag auf die Socken machen. Holly, Mauro und ich hatten bereits im Vorfeld beschlossen, dass wir gemeinsame Sache machen und die 72km zusammen absolvieren. Das hatte auch den Vorteil, dass der Streckenchef Udo auf seinem Rad für alle Ultraläufer die Streckenführung übernehmen konnte. Um 8 Uhr durften wir 3 mit der Startläuferin Dani von der Momstars Mannschaft (oder besser Frauschaft) den Beginn einläuten. 30 Minuten später schickte Armin Wolf die Staffel von Krones und sein Erwachsenen- und Kinderteam auf die Reise von Brennberg nach Wenzenbach. Und diese hatte es auf den ersten Etappen in sich. Mehr als die Hälfte der Strecke ging es bergauf und bergab. Dafür waren wir bei knapp 30°C sehr viel im Wald unterwegs. Ab Heilinghausen hatten wir fast keine Bäume mehr als Schattenspender, dafür wurde es sehr flach. Da es keine offiziellen Verpflegungsstände gab, waren die Radbegleitungen umso wichtiger. Jeder von uns 3 Ultras hatte diesbezüglich vorgesorgt. Leider brach sich Astrid wenige Tage vorm Lauf den Daumen, sodass ich froh war, dass mir Sabine spontan zugesagt hat. Sie hatte ihr Rad in Grafenwinn (Ende ihrer Etappe) geparkt. Für die ersten Streckenabschnitte versorgte Nussi zusätzlich zu Holly auch noch mich. Da zu Beginn schon Danis Rad ein technisches Problem hatte, war auch noch Mauro ohne Betreuung. Gentleman Nussi unterstützte Dani bei der Reparatur, was dazu führte, dass keiner von uns 3 sein Versorgungsfahrzeug bei sich hatte. Das hatte der Führungsradler und Streckenchef Udo gleich erkannt und seine Frau (und Erfinderin vom Regensburger Landkreislauf) Alexandra gebeten, für Verpflegung zu sorgen. Diese brauchten wir dann nicht in Anspruch zu nehmen, da die Panne behoben werden konnte. Aber es freut mich sehr, wie familiär hier ausgeholfen wird. Als Mauro in Pettenreuth Krämpfe bekam, war mit Daniela von Physioaktiv ebenfalls schnell Hilfe vor Ort. Leider konnte er nach seinen beiden 50 km Spendenläufen in 2019 und 2020 bei seinem ersten Landkreislauf die Ziellinie nicht überqueren. Mit Marc hatten wir nach Donaustauf, auf den bergigen Abschnitten hoch nach Grafenwinn, einen weiteren Begleiter, der zum 1ten Mal 30 km lief und für freudige Abwechslung sorgte. Ab Ramspau lief wie abgesprochen Chris vom Armin Wolf Laufteam mit uns bis ins Ziel. Auf dem relativ monotonen Radweg am Regen entlang hatte er die schwerste Aufgabe: Er durfte uns auf den letzten 21 km motivieren. Auch Chris hatte mit seiner Tochter Anna eine persönliche und tapfere Radbegleitung. Mit 2 Flaschenhaltern für den durstigen Papa. Wenige hundert Meter vorm Ziel in Wenzenbach trafen wir auf die Kinder vom Armin Wolf Laufteam Future. Diese liefen mit uns gemeinsam ins Ziel. Ein unglaublicher Gänsehautmoment für mich. Jetzt gilt es 365 Tage auszuharren, um das Dutzend beim 12ten Mittelbayerische vollzumachen. Dann hoffentlich wieder mit Bierzeltbetrieb und Siegerehrung.
Resümee: Aufgrund von Corona gab es fast keine Wettkämpfe. Dies gab mir die Möglichkeit, meine Ziele zu verfolgen, die ich sonst ambitionierten Laufzielen oder dem einen oder anderen Triathlon unterwerfe. Z.B. war für mich der Ultra Trail Lamer Winkel tabu, weil dieser Anfang Juni stattfindet und durch die erforderliche Regeneration zu viel Wettbewerbe für mich ausfallen würden. Diesen herrlichen Lauf mit 58 Kilometern und 2600 Höhenmetern haben Katrin und ich im Mai in Eigenregie absolviert. Zwei Wünsche mit einer Klappe hatte ich mir ebenfalls im Mai erfüllt. Mit dem Besenläufer-Urgestein Tom wollte ich immer schon mal einen Ultra laufen und unabhängig davon auch einmal 100 km bewältigen. Zusammen haben wir am Wochenende vom Regensburg Marathon 106 km am Stück gemeistert. Dies entspricht den Distanzen Marathon, 3/4 M., 1/2M. und 1/4 M. Außerdem war ein gemeinsamer Traillauf mit der LKL Seriensiegerin und US-Amerikanerin Holly überfällig. 2 weitere 50 km Läufe und ein Marathon mit dem Power-Nordic-Walker Wolfgang runden ein erfolgreiches Jahr ab. Dementsprechend trotzte ich Corona und gönne mir nun ein paar ruhigere Wochen mit weniger Sport. Da das „Projekt Schnapszahl“ mit dem Überschreiten der Ziellinie zufriedenstellend beendet ist, brauche ich für die Blogbeiträge der nächsten 12 Monate einen neuen Arbeitstitel, der sich an meiner 12ten Teilnahme als Ultraläufer beim Mittelbayerische Landkreislauf orientiert. Vorschläge?

Mittelbayerische Landkreislauf
Start in Brennberg
Mittelbayerische Landkreislauf
Mittelbayerische Landkreislauf
Marc begleitete uns 30 km
Mittelbayerische Landkreislauf
Gegenseitige Abkühlung
Mittelbayerische Landkreislauf
Mittelbayerische Landkreislauf
Mittelbayerische Landkreislauf
Mittelbayerische Landkreislauf
Mittelbayerische Landkreislauf
Mittelbayerische Landkreislauf

 

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