Projekt 10/10 – Lederhosen Spezial

Am vergangenen Dienstag begann meine Trainingswoche mit einem Highlight. Für die Leukämiehilfe Ostbayern e.V. hat sich Armin Wolf für sein Laufteam etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Wir starteten um 13:30 Uhr vom Straubinger Gäubodenfest und liefen nach Regensburg, wo gegen Abend im Glöckelzelt die Dultbierprobe abgehalten wurde.
Im Gegensatz zu meinen Ultraläufen im Wettkampf liefen die Einzel- und Staffelläufer gemeinsam und man gönnte sich an den Verpflegungsstellen jeweils ca. drei Minuten Pause. Als Ultraläufer nahmen Holly, Stefan, Matthias, Mauro, David und ich die komplatte Strecke in Angriff. Mit Tanja und Rudi hatten wir auch noch zwei Radbegleiter, die uns vom Start in Straubing über Aholfing, Pfatter, Fengkofen und Donaustauf bis zum Regensburger Dultplatz betreuten.
Jeder einzelne Kilometer der 50 km Strecke wurde dabei an Sponsoren verkauft. So kamen über 10000€ Spendengelder zusammen.
Vor Jahren sagte ich zu meinem Ultrafreund Tom, dass ich unbedingt mal einen Ultralauf entspannt genießen möchte und nicht wie bei meinen bisherigen neun überlangen Distanzen versuche, so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen. Das hatte ich endlich bei diesem Benefizlauf. Da wir alle im Pulk liefen, konnte man trotz der langen Belastung von „geteiltes Leid ist halbes Leid“ sprechen und die Landschaft genießen.
Da neben dem guten Zweck auch der Spaß im Vordergrund stand und wir von einem Volksfest zu einer anderen Bierprobe liefen, absolvierte ich die komplette Strecke in meiner Lederhose.

50 Kilometer Strecke
Gemeinsame Sache
Chrissie lief die letzte Etappe im Dirndl
Zieleinlauf mit dem Armin Wolf Future Team
Dultbierprobe nach dem Lauf

Obligatorisch nahm ich am Mittwoch wieder am Landkreislauf Streckencheck teil. Die siebte Etappe führte uns von Sarching über den Sarchinger Weiher und Friesheim nach Illkofen. Das hätte ich jedoch besser bleiben lassen, da sich nach der langen Belastung am Tag zuvor Schmerzen im Knie bemerkbar machten. Da ich in letzter Zeit sehr lauflastig unterwegs war, den langen Lauf hinter mir hatte und sich die Schmerzen bemerkbar machten, gönnte ich mir ausnahmsweise zwei volle Tage ohne Sport. Die Zeit nutzte ich für Waldarbeit, da mein Waldbestand vom Borkenkäfer befallen ist.

Strecke Sarching – Illkofen
Auch die Momstars waren wieder vertreten

Um mich noch etwas zu schonen, begab ich mich am Samstag in der Früh auf das MTB. Dabei fuhr ich die ersten drei Strecken vom Landkreislauf ab. Die beiden ersten Etappen kannte ich bisher noch nicht, da ich zur offiziellen Streckenbesichtigung in Skandinavien war. Bei Thalmassing kam ich mit dem Rad an der Sankt-Wolfgangs-Eiche vorbei. Den Namen hat die Stieleiche von einem der ersten Regensburger Bischöfe, der einer Legende nach vor über 1000 Jahren hier unter diesem Baum wortgewaltig gepredigt haben soll. Realistisch ist allerdings nur ein Alter dieser Eiche von 400 bis 600 Jahren. Da Holger von Madl Film erst neulich einen Beitrag auf YouTube über die Wolframslinde gebracht hat, wäre diese besondere Eiche vielleicht auch einen Kurzfilm wert!?

Biketour
Wolfgangseiche
Wolfgangseiche von hinten

Am Nachmittag nahm ich, wie bereits im vergangenen Jahr, mit dem Armin Wolf Laufteam beim Volksfestlauf in Kelheim teil. Hierbei wird u.a. an den Buden der Schausteller der Donau-Wiesn vorbeigelaufen. Da es für alle Läuferinnen und Läufer in Tracht einen Gutschein über eine Maß gab, zog ich erneut meine Lederhose zum Laufen an. Pauline vom Armin Wolf Future Team, die mich auch am Dienstag in der bayerischen Tracht gesehen hat, fragt mich, ob mir die Hose bereits angewachsen ist.
Da ich mich noch schonen wollte und am Folgetag einen langen Lauf plante, gab ich beim Wettkampf nicht Vollgas. So lief ich abwechselnd mit Chris, Andrea und Simone einige Kilometer. Die wichtigste Erkenntnis dabei war, dass meine beiden Knie wieder regeneriert sind. Anschließend wurde der Gutschein während der Siegerehrung im Bierzelt eingelöst. Da ich die Veranstaltung jedes Jahr sehr gelungen finde, mir die Strecke an der Donau gefällt und ich die Blaskapelle an der Verpflegungsstelle witzig finde, gab ich dem Orgaleiter Tom noch das Versprechen, dass ich im nächsten Jahr auch wieder dabei bin.

Entlang der Donau
Andrea vom Skiclub Großberg
Abkühlung
AK Sieg für Simone
Helfer und Musikanten
Gutschein für eine Maß für das Laufen in der Lederhose

Den langen Lauf am Sonntag begann ich beim Prüfeninger Schloßgarten. Von dort lief ich über den Sinzinger Golfplatz zu dem Naturschutzgebiet Mattinger Hänge. Die zum großen Teil bewaldeten Steilhänge sind ein Paradebeispiel für Artenvielfalt. Allein an die 600 Schmetterlingsarten wurden hier festgestellt. Anschließend ging es nach Alling und von dort an der Schwarzen Laber entlang zum ältesten Wirtshaus der Welt (durchgängig bewirtschaftet) nach Eilsbrunn. Dort füllte ich meine Flaschen auf und freute mich auf den Alpinen Steig. Man kommt sich dort wie im Urlaub in den Bergen Österreichs vor. Nur die Kläranlage am Fuße des Berges passt nicht ganz ins Paradies. Nachdem ich auf diesen Lieblingstrail 2x gelaufen bin, begab ich mich in Richtung Mariaort. Im sogenannten Weiherholz liegt eine kleine Gruppe von relativ flachen Erhebungen, die kaum auffallen und die über 3000 Jahre alt sind. Diese Kulturzeugnisse sind Hügelgräber aus der Bronzezeit. Diese sichtbaren Reste der Hügelgräberkultur findet man heute nur noch in Gebieten, die wenig landwirtschaftlich genutzt werden.
Am Pfarrersteig angekommen, ballerte ich den verwurzelten Trail runter, der sonst von den Mountainbiker genutzt wird. Anschließend drehte ich eine Zusatzschleife über den Emmeramssteig. Dieser ist die älteste Verbindung Regensburgs mit dem westlichen Gebiet. Nachdem ich erneut am Pfarrersteig ankam, wollte ich ebenso unbeschwert wie zuvor über die Steine und Wurzeln gleiten. Leider blieb ich mit dem Fuß hängen und ich stürzte. Sofort spürte ich ein Ziehen im Sprunggelenk. Da ich nichts riskieren wollte, brach ich meinen Lauf nach diesen 30 km ab und ging zurück. Vorsichtshalber lies ich deswegen das Lederhosentraining am heutigen Montag ausfallen und gehe dafür ins Kino zum neuen Eberhofer Krimi Leberkäsjunkie.

Trail an der Schwarzen Laber
Alpiner Steig

Das Lederhosentraining hat Klaus Reithmeier in München erfunden und machte es ursprünglich als Werbemaßnahme für seine Fitness-DVD. Der DVD Absatz blieb aus, aber das Lederhosentraining kam unerwartet gut ins Rollen. Mittlerweile gibt es dieses Bavarian Bootcamp in 17 Städten. In Regensburg leitet Ines diese Form von funktionalem Training. Es ist ein intensives Kräftigungstraining für den ganzen Körper. Die Muskeln werden dabei nicht isoliert trainiert, sondern immer in komplexe Bewegungsabläufe integriert. Dabei verbessert sich die Körperhaltung und der Rücken wird gestärkt. Ines liebt die verschiedensten Hüpfübungen, die sie zur Einstimmung auf das Training und zur Verletzungsprophylaxe einbaut. Da sie den Einbeinstand selbst nicht so gerne mag, kombiniert sie diesen mit spaßigen Variationen. Das Lederhosentraining findet bei jedem Wetter statt und wird jeweils von April bis Ende September kostenlos angeboten. Nur wenn Gefahr besteht, z.B. bei hefigem Gewitter, wird abgesagt.

Trainerin Ines

 

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