Der Kaitersberg Trail

Die Veranstalter des Lamer Winkel Ultra Trails haben sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Meiner Meinung nach am schönsten Berg im Bayerischen Wald, gibt es nun einen Trailrun! Die Fakten: 30km  und 1400 Höhenmetern mit 70% Trailanteil

Kaitersberg Trail

Am 18.05.2019 meinte es der Wettergott gut mit uns. Knapp 18 Grad und strahlender Sonnenschein, es hätte nicht besser sein können.

Kaitersberg Trail

Um 10:05 Uhr fällt der Startschuss, es geht raus aus Bad Kötzting über eine Wiese, wir queren noch das Bahngleis und schon geht’s richtig los. Es geht bergauf in Richtung Reitenberg, ich habe das Höhendiagramm vorab natürlich studiert und gesehen, dass es ungefähr 6 km bergan geht, also Kräfte einteilen und mit der Masse den Kötztinger Hausberg erklimmen. Es geht recht human über Waldwege rauf bis zum Parkplatz Reitenstein, dort befindet sich auch die erste Verpflegungsstation. Diese passiere ich schnell, ich schnappe mir nur ein Stück Apfel.

Blick von Reitenberg auf Bad Kötzting

Weiter geht es rauf zum Kreuzfelsen auf 999 Meter. Der Trail wird verblockt und steil, es geht über Felsblöcke und Wurzeln rauf zum Gipfelkreuz. Oben erwartet uns Applaus von begeisterten Zuschauern und ein toller Ausblick. Es sind rund 600 hm auf der Uhr, aber davon werden gleich wieder einige vernichtet, da es auf der anderen Bergseite gleich wieder runter geht. Ich komme nochmals an der ersten Verpflegungsstation vorbei, nun aber in anderer Richtung .  Jetzt geht es parallel zum Berg in Richtung Kötztinger Hütte. Kurz vor der Hütte haben die Streckenbauer noch einen wirklich harten Anstieg in die Strecke eingebaut, er geht sehr steil hoch direkt zur Hütte rund 100 hm. Es fühlt sich fast nach Überhang an, an laufen ist hier nicht zu denken, dafür gibt es oben angekommen gleich wieder eine Verpflegungsstation.

steiler Anstieg

Weiter geht es steil bergab, wieder werden die meisten der hart erkämpften Höhenmetern vernichtet. Der Weg führt weiter in Richtung Großer Arber, dieser ist bereits in Sichtweite, steht aber heute nicht auf dem Programm.

Ich befinde mich jetzt in Eschlseign, der weitesten entfernteste Punkt der Strecke. Wie schon vermutet geht es wieder bergauf, zuerst ist der Weg noch breiter, dann wird er immer schmaler zum Trail. In diesem Zug wird der Trail auch immer steiler, viele Teile muss ich gehen, da laufen für mich nicht möglich ist. Es geht entlang der Skipiste bei Eck, der Gipfel ist der felsige Riedlstein. Felsblöcke und Spalten müssen überwunden werden weiter in Richtung der Rauchröhren. Die Rauchröhren sind eine sehr imposante Felsformation, die aussieht als wäre sie in der Mitte auseinander gebrochen. Durch diesen Spalt schlängelt sich natürlich die Strecke.

Am Riedelstein

22 km und über 1200 Höhenmeter habe ich auf der Uhr, meine Gels habe bereits verbraucht, da es wirklich sehr anspruchsvoll ist. Der Trail führt nun am Kamm des Kaitersberges zurück zur Kötztinger Hütte. An der dortigen Verpflegungsstation nehme ich mir noch zwei Gels und es geht auf die letzten 7 km ins Tal Richtung Ziel. Durch die sehr steilen Zwischenanstiegen sind meine Beine bereits stark belastet, auf der Hälfte des Downhills bekomme ich Krämpfe in den Oberschenkeln. Normalerweise bekomme ich nie Krämpfe, daher musste ich kurz Pause einlegen und meine Beine entspannen. Zum Glück ging es gleich wieder und ich konnte weiter laufen, noch ca. 4 km.

Dann ist es soweit, das Ziel ist in Sichtweite und ich komme kaputt aber glücklich an. Insgesamt brauche ich 3 Stunden und 54 Minuten. Von 377 Teilnehmern bin ich auf Platz 113 gelandet und bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis.

Fazit: Super schöner aber brutal harter Traillauf!

Im Ziel Kaitersberg Trail

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