Marcel Hirscher am Scheideweg

on

Der österreichische Ski-Superstar Marcel Hirscher hat den Skiweltcup der Herren in den letzten Jahren dominiert wie kein anderer jemals vor ihm. Nach sieben Gesamtweltcup-Siegen in Serie stellt sich nicht nur für ihn die Frage, wie es weitergehen soll.

Ein Erfolgslauf der Superlative

Hirscher ist 29 Jahre alt und hat eine Erfolgsbilanz vorzuweisen, die wohl für lange Zeit unangetastet bleiben wird. Der Riesenslalom- und Slalomspezialist hat zehn Weltcup-Disziplin-Wertungen gewonnen, war sechsmal Weltmeister und seit dem Vorjahr ist er auch noch Doppel-Olympiasieger. Mit 58 Siegen im Weltcup, darunter alleine sechs in Alta Badia, liegt nur noch die schwedische Ski-Legende Ingemar Stenmark in der Wertung vor ihm.

Keine Ziele mehr?

Nicht nur mir stellt sich da die Frage, wo will Hirscher noch hin? Sein letztes „Lebensziel“, den Olympiasieg, hat er im Vorjahr erreicht. Prompt begannen die Medien darüber zu spekulieren, ob er sofort vom aktiven Geschehen zurücktritt oder doch noch die eine oder andere Saison im Weltcup dranhängt.

Fakt ist, Hirscher fehlen noch 28 Siege auf den unfassbaren Rekord von Ingemar Stenmark. Das zu übertreffen würde für ihn zumindest drei weitere Top-Saisonen bedeuten. Das Potential, den Willen und die Kraft hätte er dazu, doch will er das überhaupt?

Am Saisonende gab der Österreicher selbst zu, dass er über ein Karriereende nachgedacht hätte. Doch gleichzeitig dürfte die letzte Saison den Ausschlag dafür gegeben haben, dass er weitermacht.

Diese Saison startete mit einer schweren Verletzung, er selbst gab die Hoffnung auf einen neuerlichen Weltcup-Gesamtsieg bereits vor Beginn auf. Doch wider Erwarten präsentierte sich der Star nach seiner Rückkehr in den Weltcup stärker denn je und holte Siege ohne Ende.

Quo Vadis Marcel Hirscher?

Nun erlebt der Rennfahrer, dass es neben Karriere und Ruhm auch noch andere Ziele im Leben gibt. Im Juni heiratete er seine langjährige Freundin Laura Mois auf Ibiza. Die beiden erwarten im September ihr erstes Kind.

Da überrascht es nicht, dass die Rücktrittsgerüchte sofort wieder aufflammten. Und diesmal war tatsächlich etwas dran. Hirscher überlegte neuerlich seine Karriere aufzugeben. Sollte nun die Familie den Vorrang vor der Karriere bekommen?

Die Zeiten in denen Spitzensportler ausschließlich um Ruhm und Ehre kämpften sind lange vorbei. Heute zählen die Superstars der beliebtesten Sportarten weltweit auch zu den Spitzenverdienern der Unterhaltungsindustrie. Marcel Hirscher bildet hier keine Ausnahme. Den Löwenanteil seines Einkommens holt er längst bei Sponsoren und nicht nur bei den Preisgeldern seiner zahlreichen Siege im Ski-Weltcup. Die finanzielle Basis für einen Rückzug ins Privatleben ist jedenfalls da.

Kommando zurück

In einem Interview gab der Spitzensportler doch nun Entwarnung, seine Fans können aufatmen.

„Die Liebe zum Sport ist wahnsinnig groß.Skifahren ist mehr als ein Job für mich, es ist eine Leidenschaft.“  Er selbst sieht sogar noch Optimierungsbedarf und kann sich durchaus vorstellen, noch besser zu werden.

Damit ist eigentlich alles gesagt, der Mann steht einfach zu gerne auf den Skiern.

Ich denke, wer so viel Zeit, Kraft und Anstrengung in seine Karriere investiert hat, gibt sie nicht so einfach auf. Marcel Hirscher steht am absoluten Höhepunkt seiner Karriere und hat auch in der Vergangenheit gezeigt, dass er mit einschneidenden Veränderungen in seinem Leben sehr gut klarkommt.

Gut möglich, dass der Ehemann und zukünftige Vater in der diesjährigen Saison neuerlich beweist, dass er das Maß aller Dinge im Herren-Skiweltcup ist.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.