Das richtige Messer zum Wandern

Auf vieles kann ich unterwegs verzichten und das meiste lässt sich ersetzen – nur eins nicht: mein Wandermesser. Weil ich gerade dabei bin, ein neues zu kaufen, nutze ich hiermit die Gelegenheit und stelle einmal zusammen, worauf es ankommt.

Wofür brauche ich das Messer?

Auf meinen Wanderungen ist ein schlichtes Taschenmesser mit Einzelklinge oder eins mit Funktionen, die ich wirklich brauche, interessant. Es sollte eine nicht zu schmale Klinge aus rostfreiem Stahl haben, die ich bei der Brotzeit und für kleinere Schneidarbeiten nutzen kann. Ein 300 Gramm schweres Multi-Tool mit Schraubendrehern, Drahtabisolierer und Glasbrecher ist eher etwas für Hausmeister.

In die nähere Auswahl fällt deshalb das handliche Victorinox Sentinel Taschenwerkzeug. Es hat eine feststellbare Klinge, eine Pinzette, um Zecken und Splitter zu entfernen sowie einen Zahnstocher. Zudem kann ich ein Lanyard durch den Ring ziehen und das Messer vor Verlust sichern. Außerdem gefällt mir der taktische Stil eines Bergkvist Taschenmessers, von dem sich auch die Presse in entsprechenden Tests begeistern lassen.

Klappfunktion und Griffschalen

Der Entriegelungsmechanismus eines Einhandmessers sollte eine Sicherung haben, der unbeabsichtigtes Öffnen (auch durch anwesende Kinder) verhindert. Ich bevorzuge daher Zweihandmesser, die mittels der Kerbe im Messerrücken manuell geöffnet werden.

Einhandmesser sind zudem nicht §42a WaffG konform und man begeht eine Ordnungswidrigkeit, wenn man unerlaubt ein solches Messer bei sich führt. Eine Arretierung bewahrt die Klinge vor dem Einklappen während der Arbeit. Am besten gefallen mir rutschfeste, ergonomische Griffe aus wetterfesten Kunststoffen wie Micarta, Kraton oder Zytel, die ich bei Nässe und Kälte auch mit Handschuhen gut führen kann.

Welche Klinge ist optimal?

Die Größe regelt der Gesetzgeber: Maximal 8,5 cm darf die Klinge eines Klappmessers lang sein, 12 cm ist das Limit für feststehende Klingen. Butterfly-, Fall- oder Springmesser definiert das Waffengesetz als unerlaubt. Die beliebtesten Klingenformen sind Clip-Point oder Drop-Point – diese sind im Vergleich stabiler und vielseitiger. Einschneidige Klingen sind mit durchgehend glatten oder am hinteren Ende gezackten Schliffen erhältlich.

Der Vorteil glatter Klingen ist das einfache Nachschärfen. Wellenschliff eignet sich zum Durchtrennen von Schnüren oder faserigen Materialien – damit habe ich auf meinen Wanderungen weniger zu tun, doch bei Anglern und Campern mag dieses Feature oft zum Einsatz kommen. Falls Sie sich für eine Klinge mit Wellenschliff entscheiden, dann achten Sie darauf, dass die Zacken flach sind. Damit kommen SIe immer noch sehr gut durch faseriges Material, brauchen aber weniger Kraft. Die Alternative im Rucksack: Ein feststehendes Taschenmesser

Beim Stöbern durch die Angebote fallen mir immer wieder gute Taschenmesser mit feststehender Klinge auf, die ich auf der Wanderung auch gerne dabei hätte. Höhere Belastbarkeit bietet beispielsweise das Mora Bushcraft Survival mit einer 3/4 Tang-Klinge aus High-Carbon-Stahl. Als überzeugender Preis-Leistungs-Hit punktet das Fiskars K40. Es ist federleicht und beherrscht so gut wie alle einfachen Schneide-Arbeiten, die unterwegs anfallen, außer grobes Holzspalten. Andere Anbieter erweitern ihre Taschenmesser zu Survival-Sets mit Feuerstarter, Notfallpfeife oder Schleifstein. Interessant für Freunde des groben Survivals, doch bei meinen Wandertouren entferne ich mich nicht zu weit von der Zivilisation.

Fazit

Mein Wandermesser soll gut in der Hand liegen und leicht sein. Hochwertige Verarbeitung bewahrt mich unterwegs vor Ausfällen und erhöht die sichere Handhabung. Bei einem Klappmesser beschränke ich Zusatzfunktionen auf das benötigte Minimum und wähle für so eine kurze Klinge einen glatten Schliff.

Bei mehrtägigen Touren nehme ich ein entweder ein Klappmesser oder feststehendes Messer mit Kombiklinge mit. Für zuverlässige Qualität bin ich gern bereit, einen angemessenen Preis zu zahlen, vor allem, weil Markenhersteller Garantie auf ihre Produkte geben und bei Bedarf einen Ersatz liefern.

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