Bergamont Prime Team 2017

Das Bergamont Prime Team ist ein Vollblut-Sportler. Tourer und Vielfahrer werden begeistert sein vom vortriebsstarken und zuverlässigen Prime Team. Auch Ausstattung und Rahmen zeigen sich frei von Schwächen.

Das Bergamont Prime Team macht meiner Meinung nach alles richtig und leistet sich keine Schwächen. Ich habe das Rad bei einer Körpergröße von 179cm in RH52 gefahren. Dank leicht gestreckter Fahrerposition mit ausreichend Sattelüberhöhung habe ich mich bergauf und bergab absolut wohl und immer sicher gefühlt. Die direkte und immer beherrschbare Lenkung hat mich begeistert. Man setzt sich drauf und fühlt sich wohl! So gefällt das Rad Rennsportlern ebenso wie anspruchsvollen Tourern. Das Rahmen-Set überzeugt absolut und die Ausstattung passt bis ins kleinste Detail.

Das sagt Bergamont selbst über das Prime Team:

„Die neue Road Racing Carbon Plattform bildet den bestmöglichen Kompromiss aus maximaler Steifigkeit, geringem Gewicht und optimalen Komfortwerten. Die komplett neue Road Racing Baureihe genügt technisch wie optisch höchsten Ansprüchen. Das Rahmendesign folgt einer klaren, eleganten Linienführung. Die vollintegrierte Gabel unterstreicht die markante Formensprache. Verstärkt wird die aufgeräumte Optik durch innenverlegte Zugführung sowie integrierter Zugklemmung. Die ausgewogene, Performance orientierte und dennoch komfortable Road Racing Geometrie garantiert maximale Fahrfreude in jedem Einsatzbereich, sowohl in der Version mit klassischem Bremssystem als auch bei dem Modell mit Scheibenbremsaufnahme.“

Ausstattung des Bergamont Prime Team

Wer genau wissen will was für Teile verbaut sind, kann sich hier schlau machen:

Rahmen 700c Road, UD Super Lite MCS Composite Rahmen, High Modulus Carbon, Tapered Headtube, Road Geometrie, Disc
Gabel BGM Race Pro Vollcarbon 700C, 42 mm Vorbiegung, Tapered Carbon Steuerrohr, Scheibenbremsaufnahme
Steuersatz FSA Orbit, semi-integriert, tapered
Schaltwerk Sram Force, long cage
Umwerfer Sram Force, Anlöt
Schalthebel Sram Force, 2×11-fach, Double Tap-shifter
Bremshebel Sram Force
Bremsen Sram Force, hydraulische Scheibenbremse, flat mount, Centerline Rotor, 160/160 mm
Kurbelsatz Sram Force 22, 52/36t, Länge: 170/172,5/175 mm für 50/52-56/58-62 cm
Innenlager Sram PFGXP ROAD 86.5/91.5, Press-Fit
Lenker BGM Pro Road, Drop: 131 mm, Reach: 84 mm, Breite: 400/420/440 mm für 50/52-56/58-62 cm
Vorbau BGM Pro Road, -7°, 90/100/110/120 mm für für 50/52-56/58-62 cm, Klemmdurchmesser: 31.8 mm
Pedale ohne
Sattelstütze BGM Pro Road, 27.2 mm, Länge: 300 mm
Sattel BGM, Road, Elite
Vorderradnabe BGM PR20 Light, Carbon Laufradsatz, 12X100 mm Achse
Hinterradnabe BGM PR20 Light, Carbon Laufradsatz, 12×142 mm Achse
Kette Sram CN PC-1170, 11-fach
Kassette Sram CS PG-1170, 11-fach, 11-28t
Speichen Straightpull
Felgen BGM PR20 Light, Carbon Laufradsatz, Disc
Bereifung Schwalbe One, V-Guard, Faltreifen, 23-622
Schläuche: Schwalbe SV20 Extra Light 18/25-622/630
Gewicht in Kg (ca.) 7,6
Einsatzbereich Kategorie 1: Rennräder, Triathlonräder und Zeitfahrmaschinen
Farbe black/cyan/neon yellow (matt)
Rahmengrößen 50/52/54/56/58/62 cm
Griffe BGM Race Griffband
antislip
Übersetzung 2×11-fach
vorne: 52/36T
hinten: 11-28t

Quelle: http://www.bergamont.com/global_de/products/252077050/Bergamont-Prime-Team

Schaltung

Vor allem die Sram Force, 2×11-fach mit den Double-Tap-Shiftern hat es mir angetan. Die Sram Force schaltet ultra präzise und liegt meiner Meinung nach nochmal eindeutig über der Shimano Ultegra. Die Double Tap Shifter sind am Anfang etwas ungewohnt, da die Bremshebel nicht mehr beweglich sind, funktionieren dann aber wirklich gut. Man kommt sich vor, als würde man in einem Sportwagen sitzen und am Lenkrad mit Wippen schalten. Tippt man den Schalthebel leicht an, schaltet man runter (kleineres Kettenblatt), drückt man fester schaltet man hoch (größeres Kettenblatt). Wenn man sich mal an die Funktionsweise gewohnt hat, will man sie nicht mehr hergeben!

Bremsen

Am Prime Team ist eine hydraulische Sram Force Scheibenbremse mit zwei Scheiben á 160 mm verbaut. Im Vergleich zu der mechanischen an meinem Cube Crosser (hier fast das gleiche Modell im Test), funktionieren hydraulische logischerweise DEUTLICH besser. Von der Bremsleistung bin ich auch absolut überzeugt und mit ein wenig Erfahrung kommt man auch mit der brachialen Bremskraft zurecht! Vor allem bei nassem Wetter gibt die Scheibenbremse mehr Sicherheit. Für mich persönlich hat die hydraulische Scheibenbremse aber auch einen leichten Nachteil:

Die Funktionsweise ist tadellos, hier gibt es absolut nichts zu meckern. Aber ich bin niemand, der gerne lange an Rädern herumschraubt oder ein großes technisches Verständnis hat. Daher sind mir „normale“ Bremsen doch irgendwie sympathischer. Man nimmt einen Imbus und kann alles nach- bzw. einstellen. Bei den hydraulischen Scheibenbremsen stört mich, dass ich die Bremse dann irgendwann extra entlüften muss und mehr kaputt gehen kann als bei einer normalen Bremse. Man kann einfach nicht mal schnell den Bremszug nachstellen oder auswechseln. Stellt euch mal vor ihr fahrt einen Alpencross und am Stilfser Joch spinnt eure Bremse (ja so ist uns das fast mal passiert!). Bei einer normalen Bremse ist es auf 5 Minuten repariert oder ausgewechselt, bei der hydraulischen Scheibenbremse ist das schon deutlich komplizierter.

Laufräder

Am Prime Team ist der Carbon Laufradsatz BGM PR20 Light verbaut. Dies ist ein Bergamont eigener Laufradsatz oder umgelabelt von einem anderen Hersteller. Auf jeden Fall fährt er sich sehr gut! Die Laufräder sind steif, bringen die Kraft gut auf die Straße und liegen auch bei höheren Geschwindigkeiten ruhig. Wind spürt man überhaupt nicht, aber das ist bei der Höhe der Felgen auch kein Problem.

Gewicht

Das Gewicht geht mit 7,6kg inkl. der Scheibenbremsen in Ordnung. Das Prime RS wiegt im Vergleich mit den Standardfelgen 7,5kg. Damit ist das Prime Team kein absolutes Leichtgewicht, aber im Vergleich in dieser Preisklasse immer noch sehr gut! Das Gesamtgewicht eines mit SRAM Red eTap ausgestatteten Specialized Roubaix 2017 liegt zu Beispiel bei circa 7,2 Kilogramm und kostet aber wesentlich mehr.

Optik

Hier seht ihr ein paar Aufnahmen von unserem Shooting mit Simon (www.simongehr.de). Die Farbwahl mit dem grellen Gelb gefällt mir persönlich sehr gut. Durch die fehlenden Bremsen fällt auch die Bremsflanke an den Felgen weg. Somit schauen diese noch filigraner aus. In Verbindung mit den dünnen Rohren des Hinterbaus ergibt dies eine tolle, sportliche Optik die sowohl Rennfahrer, also auch Tourenfahrern gefallen könnte.

Hier seht ihr die Geometriedaten und Abmessungen des Rades für die einzelnen Rahmengrößen:

Fazit

Ich habe mich auf das Rad gesetzt und sofort wohl gefühlt. Wenn man sich für keine extreme Richtung (Tourer oder Racing) entscheiden will, ist das Prime Team von Bergamont meiner Meinung nach ein perfekter Kompromiss. Für mich ist es das Rad fast die eierlegende Wollmilchsau. Egal ob man Alpenpässe fahren will, in heimischen Gefilden Trainingstouren oder auch mal als Amateur bei einem 24h Rennen an den Start geht. Dieses Rad macht alles mit und das nicht schlecht. Meiner Meinung nach braucht man für die normalen Trainingstouren „daheim“ keine Scheibenbremsen. Wenn man aber regelmäßig Alpenpässe fährt, wird man sich über die brutale Bremsleistung freuen!

Das Prime Team würde uns von Bergamont für die Saison 2017 zur Verfügung gestellt. Der Testbericht ist natürlich subjektiv, wie soll es auch anders sein, wurde aber dadurch nicht beschönigt oder allgemein beeinflusst.

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